18.05.2017 Gesellschaftsform Gründung Start-ups   Gesellschaftsrecht

Start-up-Special zum Thema Gründung: Die Aktiengesellschaft (AG)

Unsere Start-up-Serie widmet sich den wichtigsten Gesellschaftsformen und den Bedingungen für deren Gründung. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die Unternehmergesellschaft (UG) und die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) haben wir bereits vorgestellt. In dieser Woche gibt es nun Teil 4: Die Aktiengesellschaft (AG). Wie kann man eine AG gründen? Für wen eignet sich diese Gesellschaftsform? Wir geben einen Überblick!

Bild: © bounlow-pic / Adobe Stock

Die AG im Überblick

Eine Aktiengesellschaft ist eine juristische Person und damit Trägerin von Rechten und Pflichten. Das AG-Grundkapital beträgt 50.000 Euro und ist in Aktien zerteilt. Die Gesellschafter sind bei dieser Gesellschaftsform also Aktionäre und halten ihre Anteile in Form von Aktien. Die Gesellschafter der AG haften nicht persönlich, Gläubiger können jedoch nicht nur auf das Grundkapital der AG zurückgreifen, sondern auf das gesamte Gesellschaftsvermögen. Aktionäre können sowohl natürliche als auch juristische Personen sowie Personenhandelsgesellschaften sein. Das Besondere: Die einzelnen Beteiligungen der Aktionäre werden nicht im Handelsregister erfasst und genießen somit Anonymität. Etwas anderes gilt nur bei der Ein-Personen-AG.

Die kleine Aktiengesellschaft

Die sogenannte kleine AG ermöglicht es auch kleinen und mittelständischen Unternehmen, eine Aktiengesellschaft zu gründen. Sie stellt somit mitunter auch eine sinnvolle Alternative zur GmbH dar. Der wesentliche Unterschied zur normalen AG liegt in der Möglichkeit einer Ein-Personen-Gründung. Hinzu kommen einige vereinfachte Formvorschriften. Die Gründung ist nur für Aktiengesellschaften ohne Börsennotierung möglich.

Aufbau und Organisation der Aktiengesellschaft

Die Aktiengesellschaft ist dreigliedrig organisiert. Der Vorstand leitet und vertritt die Gesellschaft nach innen und nach außen. Als Kontrollorgan fungiert der Aufsichtsrat, der die Geschäftsführung des Vorstands überwacht. Das dritte Glied ist die Hauptversammlung, an der neben Aufsichtsrat und Vorstand alle Aktionäre teilnehmen. Die Hauptversammlung kann nur indirekt Einfluss auf die Geschäftsführung nehmen, indem sie die Anteilseignervertretung für den Aufsichtsrat wählt.

AG gründen: Das sind die Voraussetzungen

Die Aktiengesellschaft wird in einem notariell beurkundeten Gründungsprotokoll errichtet. In diesem müssen die Gründer der Gesellschaft zum einen die Übernahme der Aktien erklären bzw. das Einbringen von Sacheinlagen vereinbaren. Zum anderen müssen sie die Satzung – den Gesellschaftervertrag – feststellen. Letzteres stellt einen Rechtsakt dar, der neben Angaben zum Sitz, zur Firma, zur Höhe und Zerlegung des Grundkapitals der AG unter anderem auch die Zahl der Vorstandsmitglieder umfasst.

Pro und Contra: Wann lohnt sich die AG?

Die Aktiengesellschaft eignet sich nicht nur für sehr große Unternehmen, die an die Börse möchten. Eine nicht börsennotierte AG kann in vielen Fällen eine gute Alternative zur GmbH sein. Dies gilt vor allem für Unternehmen, die Anteile schnell und unkompliziert übertragen möchten, denn hierfür ist bei der AG keine notarielle Beurkundung notwendig. Ebenso machen breit aufgestellte Möglichkeiten der Eigenkapitalfinanzierung die AG weitgehend unabhängig von Bankkrediten. Demgegenüber stehen eine aufwendigere Gründung als bei der GmbH, organisatorische Herausforderungen durch drei Gremien sowie sehr geringe Gestaltungsspielräume in der Verwaltung.

Quellen: BMWi, IHK

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