20.04.2017 Gesellschaftsform Gründung Start-ups GbR Rechtsform   Gesellschaftsrecht

Start-up-Special zum Thema Gründung: Die Gesellschaftsform GbR

In unserer Start-up-Serie stellen wir die wichtigsten Gesellschaftsformen und die Bedingungen für deren Gründung vor. Nach der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) und der Unternehmergesellschaft (UG) folgt in dieser Woche Teil 3: Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Was ist das Besondere an der Gesellschaftsform GbR? Welche Voraussetzungen müssen für die Gründung einer GbR erfüllt sein? Wir geben einen Überblick.

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Was ist eine GbR?

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ist eine Personengesellschaft und in §§ 705-740 BGB geregelt. Zur Gründung werden mindestens zwei Gesellschafter benötigt. Diese können natürliche oder juristische Personen sowie weitere rechtsfähige Gesellschaften sein. Das Besondere bei dieser Gesellschaftsform: Es kommt auch stillschweigend zur Gründung einer GbR, wenn sich zwei oder mehr Gesellschafter zur Verfolgung eines gemeinsamen Zwecks zusammentun. Beispiele für eine GbR sind demnach etwa die Herstellung und der Verkauf eigener Produkte oder auch die Gründung einer Fahrgemeinschaft, um Benzin zu sparen. Empfohlen wird dennoch das Aufsetzen eines schriftlichen Vertrags.

Für wen ist die Gründung einer GbR sinnvoll?

Die Gesellschaftsform GbR eignet sich ausschließlich für gewerbliche Tätigkeiten mit einem Umsatz unter 250.000 Euro pro Jahr. Übersteigt der Umsatz diese Grenze, wandelt sich die GbR automatisch in eine Offene Handelsgesellschaft (OHG) um. Eine Ausnahme bilden hierbei jedoch freiberuflich tätige Gesellschaften bürgerlichen Rechts wie Arztpraxen oder Kanzleien – sie unterliegen dieser Umsatzgrenze nicht. Die GbR zeichnet sich vor allem durch den verhältnismäßig geringen Gründungsaufwand aus. So ist keine Eintragung beim Handelsregister notwendig und kein Stammkapital vorgeschrieben. Auf der anderen Seite birgt die GbR ein gewisses Haftungsrisiko. Denn anders als bei der GmbH haften die Gesellschafter der GbR jeweils uneingeschränkt mit ihrem Privatvermögen.

GbR gründen – vorher wichtige Fragen klären

Vor dem Aufsetzen eines Gesellschaftsvertrags müssen grundlegende Fragen geklärt werden. Die Gesellschafter sollten das genaue Ziel definieren, das mit der GbR verfolgt werden soll. Wer wird Geschäftsführer und wie werden Beschlüsse gefasst? Nach welchem System werden Gewinne und Verluste verteilt? Es ist wichtig, all diese Fragen im Vorfeld zu klären, um einem wirtschaftlichen Misserfolg vorzubeugen. Hinsichtlich der Namensgebung gilt grundsätzlich: Vor- und Nachnamen aller Gesellschafter müssen in der Geschäftsbezeichnung enthalten sein. In Ausnahmefällen können die Nachnamen genügen. Weiterhin kann eine Kombination aus einem Fantasienamen und den Gesellschafternamen zulässig sein. Der Gesamtname muss stets den Zusatz GbR oder Gesellschaft bürgerlichen Rechts tragen.

Beispiel: Reifenprofi Max Mustermann und Mareike Müller GbR

Gesellschaftsvertrag: GbR mit Mustervertrag gründen

Nachdem die wichtigen Fragen geklärt sind, kann ein Gesellschaftsvertrag vorformuliert werden. Ein schriftlicher Vertrag ist zwar rechtlich nicht verpflichtend, sollte aber zur Sicherheit immer aufgesetzt werden. Am sichersten ist es, vor der Gründung einer GbR eine ausführliche Rechtsberatung in Anspruch zu nehmen. Besonders einfach ist es, die GbR mit einem Mustervertrag zu gründen. Diese vorformulierten Dokumente decken die häufigsten Gestaltungsformen der GbR ab und enthalten alle wichtigen Aspekte, die in einem Gesellschaftsvertrag geregelt sind. Nach Absprache mit einem Anwalt können dann einzelne Punkte im Mustervertrag der GbR individuell angepasst werden.

Quellen: gruenderkueche.de, gruenderlexikon.de

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