13.01.2020 Recht der Neuen Medien

OLG Frankfurt: Wann ist eine Produktempfehlung durch einen Influencer getarnte, unzulässige Werbung?

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat in einem Beschluss vom 23.10.2019 (6 W 68/19) klargestellt, dass die Empfehlung fremder Leistungen durch einen Influencer dann eine verbotene getarnte Werbung darstellt, wenn der Influencer für die Empfehlung Vorteile erhalten hat und gleichzeitig nicht auf den Werbecharakter seiner Empfehlung klar hinweist.

In dem entschiedenen Fall ging es um eine Influencerin, die bei Instagram einen Account mit 582.000 Followern betrieb, dort Bilder von sich veröffentlichte und immer wieder auch Anbieter von Produkten und Dienstleistungen verlinkte. Dabei bedankte sie sich unter anderem z.B. bei einem Hotel für die Einladung und die tolle Unterkunft und Verpflegung auf einer Reise. Nach Ansicht des OLG Frankfurt belegte dies, dass die Influencerin für die Empfehlung Gegenleistungen erhalten habe.

Entsprechend handele es sich bei den Empfehlungen um Werbung im Sinne des UWG, die gemäß § 5a Abs. 6 UWG als solche kenntlich zu machen sei, was die Influencerin unterlassen hat.

Die Frage, wann bei Empfehlungen von Influencern Werbung vorliegt und ob und wie diese als Werbung zu kennzeichnen ist, beschäftigt aktuell viele Gerichte. Insgesamt ist der Rechtsprechung die Tendenz zu entnehmen, schnell von kennzeichnungspflichtiger Werbung auszugehen. Dementsprechend sollten Account-Inhaber bei Produkttests oder Produktempfehlungen entweder klare Hinweise aufnehmen, dass es sich bei dem Post um Werbung handelt oder aber, wollen sie dies vermeiden, sich juristisch zu den Gestaltungsmöglichkeiten ihrer Beiträge beraten lassen.

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