24.03.2017 Gesellschaftsform Rechtsform Gründung Start-ups UG   Gesellschaftsrecht

Start-up-Special zum Thema Gründung: Gesellschaftsform UG (haftungsbeschränkt)

Welche Gesellschaftsform bei der Gründung eines Unternehmens am sinnvollsten ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Wie viel Stammkapital bringen Sie mit? Möchten Sie mit Ihrem Privatvermögen oder mit dem Firmenvermögen haften? Gründen Sie allein oder im Team? Diese und andere Fragen sind ausschlaggebend für die Wahl der Gesellschaftsform für Ihr Unternehmen. In Teil 2 unseres Start-up-Specials stellen wir Ihnen die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) vor.

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Teil 2: Die GmbH-Rechtsform Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) – UG

Eine eigenständige Rechtsform stellt die UG nicht dar, vielmehr ist sie eine Variante der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Die UG ist eine sinnvolle Gesellschaftsform für alle Gründer eines kleinen gewerblichen Unternehmens, das mit geringem Kapital auskommt und seine Haftung beschränken möchte.

Wie hoch ist das Stammkapital einer UG?

Die Gründung einer UG kann durch einen oder mehrere Gesellschafter erfolgen. Als Stammkapital ist lediglich ein Mindestbetrag von 1 Euro notwendig – Sachleistungen können nicht ins Stammkapital eingerechnet werden. Deshalb wird die UG auch „1-Euro-GmbH“ genannt. Die Höhe des Kapitals sollte sich aber idealerweise nicht an diesem Mindestbetrag orientieren, sondern am konkreten Bedarf des Unternehmens, um einer möglichen Insolvenz vorzubeugen. Bereits bei der Gründung müssen Notarkosten sowie Kosten für das Gewerbeamt und den Handelsregistereintrag berücksichtigt werden. Gründer sollten also mit Startkosten zwischen 700 und 1.000 Euro rechnen. Die gesamte Summe des Stammkapitals muss vor der Anmeldung im Handelsregister auf dem Unternehmenskonto hinterlegt sein.

Wie erfolgt die Gründung der UG?

Während Ein-Personen-Gesellschaften auf das gesetzliche Musterprotokoll zurückgreifen können, empfehlen wir bei Mehr-Personen-Gesellschaften in der Regel den Abschluss eines individuellen Gesellschaftsvertrages (Satzung). Diese Satzung wird unter Anwesenheit aller Gründer notariell beurkundet. Die Gründer sollten sich im Vorfeld der Gründung beraten lassen, welche Satzungsregelungen für sie sinnvoll sind – wie auch bei der Gründung einer "normalen" GmbH. So kann bereits im Vorfeld aufwendigen, nervenaufreibenden und teuren  Gesellschafterauseinandersetzungen vorgebeugt werden. Vor der Beurkundung verliest und erläutert der Notar den Gesellschaftsvertrag.

Rücklagen müssen gebildet werden

Zu beachten ist bei der UG: Die Gewinne dürfen nicht in voller Höhe ausgeschüttet werden. 25 Prozent des Gewinns fließen in eine gesetzliche Rücklage, bis ein Mindeststammkapital von 25.000 Euro vorhanden und die Umwandlung in eine GmbH möglich ist (Ansparpflicht). Erzielt der Gründer keine Gewinne, fließt auch kein Geld in die gesetzliche Rücklage, eine Frist bis zur Umwandlung in die GmbH gibt es nicht. Vor der Umwandlung in eine GmbH prüft ein Wirtschaftsprüfer die Bilanz der UG. Auch Änderungen in der Satzung müssen in vielen Fällen vorgenommen werden. Dies verursacht zusätzliche Kosten, daher sollten Gründer vorher überlegen, ob es nicht doch günstiger wäre, von vornherein eine GmbH zu gründen. Die Umwandlung in eine GmbH ist allerdings keine Pflicht! Ist das Stammkapital von 25.000 Euro erreicht, steht es dem Unternehmer frei, ob er seine Gesellschaftsform behalten will oder nicht.

Regelungen zur Haftung

Da die UG eine Unter-Rechtsform der GmbH ist, gelten die Haftungsregelungen nach dem GmbH-Gesetz. Grundsätzlich haftet die UG nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen, die Gesellschafter müssen nicht mit ihrem privaten Vermögen haften – Ausnahmen bilden zum Beispiel Bürgschaften oder persönliche Kredite.

Warum also eine UG gründen?

Für die Gründung einer UG sprechen unter anderem folgende Vorteile:

·         Das nötige Stammkapital beträgt – in der Theorie – nur 1 Euro.

·         Die Gesellschafter müssen nicht mit ihrem Privatvermögen haften.

·         Nur eine Person ist für die Gründung notwendig.

·         Gesellschafter können zugleich Angestellte des Unternehmens sein.

·         Die Gründung einer UG kann für jegliche Art von Tätigkeit, Dienstleistung und Gewerbe erfolgen.

·         Durch die Veräußerung der Anteile kann eine UG unkompliziert veräußert werden.

Quellen: www.starting-up.de, www.existenzgruender.de

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