21.09.2010 Urteile Urheberrecht Geistiges Eigentum Bildrechte   Recht der Neuen Medien

Urheberrecht:"Bild im Bild" - Die unveränderte und erkennbare Abbildung eines Fotos in einem neuen Foto stellt eine Urheberrechtsverletzung dar

KG Berlin, Entscheidung vom 15.06.2010, Az.: 16 O 730/05
Das Kammergericht hatte darüber zu entscheiden, ob die Darstellung eines Fotos in einem weiteren (größeren) Foto eine Urheberrechtsverletzung darstellt. Der Streit drehte sich um ein Foto aus einem Artikel mit der Überschrift „Matthias Reim – 4 Kinder von 4 Frauen“ der Zeitschrift „Bild der Frau“ vom 21.03.2005. Auf dem Foto war der Prominente Matthias Reim dargestellt, der dort ein weiteres Foto, eine Ablichtung eines seiner Kinder, vorzeigte. Der Fotograf eben dieses kleineren Fotos verlangte Unterlassung der Verbreitung und Vervielfältigung sowie Auskunft über den Vertriebsweg der Fotografie (um einen späteren Schadensersatzanspruch beziffern zu können).

Das Kammergericht gab dem Klagebegehren in der Berufung statt und bestätigte die erstinstanzliche Entscheidung. Nach dem Gericht sei die Darstellung des kleineren Fotos nicht von der Zitierfreiheit nach § 51 UrhG gedeckt, weil es an dem erforderlichen Zitatzweck (geistige Auseinandersetzung mit dem zitierten Objekt) fehlte und von einem rein dekorativen, illustrierenden Zweck auszugehen sei. Auch sei eine denkbare freie Benutzung des kleineren Fotos nach § 24 I UrhG ausgeschlossen, weil keine Eigenart des größeren Fotos vorliege, nach der die Züge der kleineren Fotographie verblassen.

Es ist daher generell Vorsicht geboten, in einer Fotographie weitere urheberrechtlich geschützte Werke darzustellen, auch wenn diese nicht den eigentlichen Wert der Fotographie ausmachen.

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